Alter! - Experiment Generationenhaus...

 

Stück + Regie: Livia Anne Richard

 

 

Das Theater Gurten freut sich auf den Sommer 2020!

 

 


 

In ihrem neusten Werk widmet sich Autorin und Regisseurin Livia Anne Richard

dem Generationenkonflikt unserer Zeit.

 

Ein Erlebnis im Bus hat sie dazu inspiriert: Vor ihr sitzen ein Greis und ein Teenager, der an seinem Handy herumfingert. Er flucht, irgendetwas scheint nicht nach seinen Wünschen zu laufen. Folgender Dialog ist dann zu hören:

 

Der Greis: Ja, ja, die Problem hei mir äbe no nid gha, won ig bi jung gsi. Da hei mir äbe no gar ke Internet gha.

 

Der Teenager: (ohne aufzuschauen) Wie sit de Dir online gange, Mann?

 

Diese kleine Szene sagt alles: Die Alten verstehen die digitalisierte Welt nicht (mehr) und die Digital Borns können sich nicht vorstellen, dass ihre Vorfahren noch ein schwarzes Telefon mit Wählscheibe an der Wand hängen hatten.

 

Überhaupt geht man sich gegenseitig auf die Nerven. Die Jungen nerven, weil sie asozial und egoman unterwegs sind. Die Alten nerven, weil sie langsam sind und einem ständig überall und zu Unzeiten im Weg stehen. Die Jungen nerven mit ihrer Pseudo-Klimapolitik. Die Alten nerven, weil sie behaupten, früher sei alles besser gewesen. Die Jungen nerven mit ihrem Rap. Die Alten nerven mit ihrem Ländler. So viel zum Cliché...

 

Im preisgekrönten Generationenhaus "Inseli" prallen diese beiden Generationen aufeinander. Digital Born featuring bluemets-Trögli-Fraktion, gewissermassen. Die jungen Auszubildenden und Zivis pflegen die alten Menschen und es wird mehr oder weniger ernsthaft versucht, einander zu verstehen. Dieses Setting sorgt natürlich für Konfliktpotenzial aber noch viel mehr für satte Komik.

 

Hier eine kleine Textpassage aus dem Stück: Franz, einer der älteren Bewohner kommt mit einer fremden Frau ins "Inseli", die beiden Jungen Nick und Rahel befragen ihn:

 

Nick                  Isch das - Dini Schwöschter?

 

Franz                (lacht) Nei, wie chunsch druuf?

 

Nick                  Eh - I ha nume dänkt -

 

Franz                D Sibylle isch mini charmanti Verabredig.

 

Nick                  - Aso wie?

 

Franz                Oder mis "Deit" - zu Neudeutsch.

 

Rahel                Du - hesch es Date?!

 

Franz                He Hallo?! I ha nid gseit, i heig unger em Münschter e Bombe zündet. I ha                                                                   nume gseit, i heig es Deit. - Steut das irgend es Problem dar?

 

Rahel                Aha, nenei. Easy. Vou.

 

Franz                Vou easy, oder? Äbe.

 

Livia Anne Richard will mit ihrem Stück den gegenseitigen Vorurteilen und dem regelrechten Altersrassismus, der sich in den letzten, viel zu schnellen Jahren, entwickelt hat, entgegenwirken.

 

Sie will Vorurteile aus dem Weg räumen und zeigen, auf welche Weise auch ein Mit- statt nur ein Neben- oder gar ein Gegeneinander möglich sein kann.

 

Und sie will Clichés aus der Welt schaffen: Es gibt sie, die Alten, die in ihrem Kopf  offener und liberaler unterwegs sind, als die Jungen. Und es gibt sie, die Jungen, die dem Leben gelassener und weiser entgegentreten, als die Alten.