ABEFAHRE! - Stressfrei in 5 Tagen

 

20. Juni - 30. August 2018

 

Stück + Regie: Livia Anne Richard

Musik: Markus Maria Enggist

 

 

Ohne Handy der Natur ausgesetzt, sollen gestresste Menschen mittels Rollenspiel, Gruppentherapie und Heilfasten wieder zurück zu sich, zurück zur eigenen Mitte finden, und dies natürlich möglichst effizient.

 

Inmitten der Natur ist die Komfortzone unerreichbar weit weg und Gewohntes ganz verschwunden. Titel sind Schall und Rauch. Masken fallen. Menschen mit ihren Gefühlen und Geschichten kommen hinter dem Arbeitstier hervor...

 

Eine Handvoll Menschen - von der Pflegefachfrau über den Lehrer bis zum Verkaufsleiter - unterziehen sich einem fünftägigen Anti-Stress-Seminar. Um - wie es im Hochglanz-Prospekt heißt - «die eigenen inneren Ressourcen wiederzuentdecken», sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sogar bereit, diese Woche ganz ohne ihr Handy, dafür mit literweise Fastentee durchzustehen.

 

Sie lernen richtig zu atmen, zu meditieren, Bäume zu umarmen... Und sie üben, negative Glaubenssätze ins Positive zu verwandeln, etwa den Satz «Ich gehe arbeiten, deshalb bin ich wertvoll» in den Satz «Ich gehe arbeiten, weil ich wertvoll bin.» umzumünzen. Die Teilnehmenden bekommen zu hören, dass einer der größten Stressfaktoren im Leben eines jeden sei, dass man sich ständig verstelle, vorgebe, ein anderer zu sein als der, der man eigentlich wäre. Nur: Hier fühlt sich eigentlich keine und keiner angesprochen.

 

Doch nicht alle sind freiwillig in diesem Seminar. Helen Kunz etwa, die HR-Spezialistin, ist von ihrer Firma geschickt worden - als Vorbeugungsmaßnahme gegen ein mögliches Burnout. Bei René Greper war es gar die Ehefrau, die unter Androhung der Scheidung gefordert hat: «Jitz muess eifach öppis ga, du pfiifsch ja us em letschte Loch.»

 

Und so ist es dann auch dieser Greper, der sich gegen alles und jedes, was im Kurs gemacht werden soll, auflehnt und stänkert: «Aha, da wott me also i füf Tag us gstresste Poulet souveräni Adler mache? »

 

Die Ankündigung vom bevorstehenden Lachyoga löst bei ihm höchste Alarmbereitschaft aus: «Ich cha gwüss nid uf Chnopfdruck lache!» Und dass er mit den anderen Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmern im selben Tipi schlafen muss, gibt ihm definitiv den Rest.

 

Am Ende der Woche? Reibt man sich verwundert die Augen. Keiner ist mehr der, den er zu Beginn des Seminars vorgegeben hat zu sein. Auch nicht der Herr Greper. Und in einem Fall führt die Aufdeckung der wahren Identität eines Kursteilnehmers beinahe zu einem Nervenzusammenbruch von Coach Jan Sommer...

 

Langsam aber sicher beginnt man zu verstehen, dass es mit dem «Abefahre!» eben nur dann klappt, wenn man als erste Massnahme mal das Ausrufezeichen hinter dem Wort entfernt...